Natur. Vielfalt. Tännesberg.

Biodiversitätsgemeinde erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Biodiversitätsgemeinde "Natur. Vielfalt. Tännesberg." wurde in dieser Woche als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Überreicht wurde die Auszeichnung von der Bayerischen Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Frau Ulrike Scharf im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade. Die Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. So hat sich die oberpfälzer Marktgemeinde Tännesberg 2010 mit dem Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V., dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. und der Wildland-Stiftung Bayern zu einer Trägergemeinschaft zusammengeschlossen, deren Engagement für die biologische Vielfalt vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert wird.

Biologische Vielfalt zu schützen, bedeutet nicht nur, die Schönheit der Natur zu bewahren. Es bedeutet auch, die Grundlagen des Überlebens von uns allen zu sichern. Dafür engagieren sich Gemeinde und Träger schon seit vielen Jahren mit zahlreichen Projekten, wie dem Erhalt der einst vom Aussterben bedrohten Oberpfälzer Rinderrasse "Rotvieh" oder der Schaffung von wertvollen Biotopflächen bei der Wiederherstellung von ehemals zugeforsteten Talräumen wie dem Kainzbach- und dem Schleißbachtal.

Im Rahmen eines Rebhuhn-Schutzprojektes werden Anbau und Vermarktung alter Getreidesorten unterstützt. Gemeindeeigene, landwirtschaftlich genutzte Flächen werden im Sinne der Artenvielfalt optimiert und sollen wertvolle Bausteine eines Biotopverbundes bilden. Ziel von Führungen und der breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit ist es, in der Bevölkerung und bei Besuchern der Gemeinde das Bewusstsein für die Notwendigkeit zur Bewahrung der Biologischen Vielfalt zu stärken.

Die Gemeinde folgt als erste Biodiversitätsgemeinde Deutschlands einem Ziel, das die Bayerische Staatsregierung durch den Beschluss der Bayerischen Biodiversitätsstrategie am 01. April 2008 vorgegeben hat. Als Bayerische Modellgemeinde Biodiversität soll Tännesberg bei der Bewahrung der biologischen Vielfalt zum Vorbild für andere Kommunen in Bayern werden. Damit viele Gemeinden den wegweisenden Ansatz aufgreifen können, wird im Rahmen eines Projektes ein Handlungsleitfaden zum Erhalt der Biodiversität auf kommunaler Ebene entwickelt.

Jury des UN-Dekade-Wettbewerbs überzeugt vom Projekt
Dieser Einsatz hat die Juroren und Jurorinnen des UN-Dekade-Wettbewerbs sehr beeindruckt: "Das Projekt "Natur. Vielfalt. Tännesberg - Biodiversitätsgemeinde" zeichnet sich dadurch aus, dass es in vorbildlicher Art und Weise zum Aufbau einer Partnerschaft für die biologische Vielfalt aus lokalen Unternehmern, Landwirten, Naturschützern und anderen Akteuren beigetragen hat. Das Besondere an diesem Projekt ist die erfolgreiche Einbeziehung ganz unterschiedlicher Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt und der naturverträglichen Nutzung sowie die hohe Akzeptanz, die der Ansatz auch in der breiten Bevölkerung findet. Damit nimmt die Gemeinde Tännesberg für die UN-Dekade eine wichtige Modellfunktion ein. Das erscheint mir deshalb besonders wichtig, weil Kommunen in den Jahren 2015/2016 eine der Hauptzielgruppen der Dekade-Aktivitäten sind. Somit ist es mir eine besondere Freude, dass die Initiative "Natur. Vielfalt. Tännesberg - Biodiversitätsgemeinde" der bayerischen Marktgemeinde Tännesberg ausgezeichnet wurde und ich gratuliere herzlich", so Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann, Jurymitglied der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte soll dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen.

Ab sofort wird das Engagement der Biodiversitätsgemeinde Tännesberg auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Würdigung durch die Bayerische Staatsministerin Ulrike Scharf
Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhielt die Biodiversitätsgemeinde "Natur. Vielfalt. Tännesberg." von Frau Staatsministerin Ulrike Scharf einen „Vielfalt-Baum“ überreicht. Dieser steht symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur, zu deren Erhaltung das Projekt einen wertvollen Beitrag leistet.
Ein Beitrag, den Staatsministerin Scharf in ihrer Laudatio besonders hervorhob: "Der Erhalt unserer Natur und ihrer Vielfalt ist ein gemeinsamer Kraftakt. Deshalb hat die Staatsregierung das Biodiversitätsprogramm Bayern 2030 beschlossen. Eine tragende Säule des Programms ist, das Wissen über Natur und Umwelt zu stärken. Denn für einen langfristigen Stopp des Artensterbens brauchen wir die breite Akzeptanz und Unterstützung der Bevölkerung. Hier steht Tännesberg beispielhaft für andere bayerische Mittelgebirgsregionen."

Zum Festakt auf dem Markplatz von Tännesberg waren alle Tännesberger eingeladen. Die Gemeinde schenkte "Tännesberger Apfelsaft" und die aus den alten Getreidesorten Emmer, Dinkel und Einkorn gebraute regionale Bierspezialität "Rebhuhn-Zoigl" aus. Eine Bieridee, die aus dem Rebhuhn-Projekt hervorgegangen ist. Dazu gab es "Ochsenwürstl" vom Tännesberger Rotvieh. Naturschutzprodukte aus umwelt- und tiergerechter Produktion, die regional vermarket werden und auch auf dem "Tännesberger Regionalmarkt" erhältlich sind, der diesen September zum zehnten Mal stattfindet.

Ausflug in die Tännesberger Flur

Es gibt sie noch: abwechslungsreiche Landschaftsstrukturen, verbunden mit einer artenreichen Pflanzen- und Tierwelt. Davon konnten sich Staatsministerin Scharf und die anderen geladenen Gäste auf einer gemeinsamen Busfahrt zu den Besonderheiten Tännesbergs selbst ein Bild machen. Vom seltenen Rotvieh gepflegte bunte Weiden, die orchideenreichen Feuchtwiesen im Kainzbachtal und die Vielfalt der Projektflächen überzeugten und ließen erkennen, das die bereitgestellten Mittel hohe ökologische Zinsen bringen.

Weitere Informationen erhalten Sie gerne beim Projektmanagement:
Markt Tännesberg
Gabriele Schmidt

GSchmidt@vgem-taennesberg.bayern.de
Telefon.: 09655/9200-39
www.Tännesberg.de
Ansprechpartner bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt:
Arno Todt (Projektleitung)
Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt
nova-Institut GmbH
Industriestraße 300
50354 Hürth
Telefon: 02233-481452
geschaeftsstelle@nova-Institut.de
www.undekade-biologischevielfalt.de
Weitere Infos zu dem Wettbewerb zur UN-Dekade unter:
www.undekade-biologischevielfalt.de