Natur.Vielfalt.Projekte.

Natur.Vielfalt.Tännesberg. ist ein Anliegen, das Tatkraft erfordert. Unzählige Aktivitäten und Projekte wurden bisher angegangen und verwirklicht. Eine kleine Auswahl wollen wir Ihnen hier ausführlicher darstellen.

  • Kainzbachtal

     

    Das Kainzbachtal, nordöstlich von Tännesberg gelegen, war in früheren Zeiten ein typisches Tal für die Gegend, mit zusammenhängenden feuchten und moorigen Wiesen und hoher Artenvielfalt. In den 50iger und 60iger Jahren wurden die Talwiesen dann aufgeforstet, weil die Erträge dort mit Standorten, die besser zu Intensivierung geeignet waren, nicht mithalten konnten. Durch die Aufforstung änderten sich die Lebensbedingungen für die ansässigen Arten sehr stark, was zu ihrem Verschwinden führte.

    Bereits Mitte der 80iger Jahre leitete die Pflege verschiedener Flächen durch die Tännesberger Ortsgruppe des Bund Naturschutz und Ankäufe durch den Landesbund für Vogelschutz eine Wende ein. Nach und nach wurden mit viel Engagement und Einsatz die Fichtenaufforstungen entfernt und der ganze Talzug wieder freigestellt. Mittlerweile sind mehr als 60 Hektar im Besitz der Gemeinde, der Forstverwaltung, der Autobahndirektion und des Landesbundes für Vogelschutz. 

    Erstaunlicherweise haben sich nach Rodung und Selbstbegrünung weite Areale schnell wieder zu Moor- und Streuwiesen entwickelt. Und der frühere Artenreichtum hat sich zum Teil bereits wieder eingestellt. Zum Beispiel sind Raritäten, wie der Schlagschwirl, der Waldwasserläufer, die Turteltaube, die Knoblauchkröte und die Kleine Zangenlibelle wieder aufgetaucht. Restpopulationen der Nordischen Moosjungfer und der Grünen Keiljungfer wurden durch Lebensraumerweiterung und –optimierung erfolgreich stabilisiert und im Bach tummeln sich wieder Elritzen, Bachforellen, Schmerle und Mühlkoppen. Als Folgeprojekt wurde im nördlichen Talabschnitt die Beweidung mit Rotvieh unter Trägerschaft des Landesbund für Vogelschutz umgesetzt. 

    Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat im Rahmen des Bundeswettbewerbs Deutscher Naturparke 2000 dem Projekt "Lebensraum Kainzbachtal" in Verbindung mit "Standortangepasste Landschaftspflege von ökologisch wertvollen Flächen mit Rotvieh im Oberpfälzer Wald" eine Ehrenurkunde verliehen.

     

    Wie geht es weiter?

    Im März 2015 fand die bisher letzte Umgestaltung zur Schaffung neuer Biotopflächen statt: auf einer Ankaufsfläche des LBV wurden die nach einem früheren Windwurf verbliebenen Fichten-Wurzelstöcke herausgezogen. Auf der Fläche wurden ein Tümpel angelegt, kleine Quellbächlein wiederhergestellt und auch der Kainzbach von ufernahen Fichten befreit. Jetzt warten wir gespannt, was sich an Pflanzen wieder ansiedelt. Die Amphibien haben den neuen Lebensraum schnell entdeckt!
    Auch auf einer sehr nassen Ausgleichsfläche der Autobahndirektion wurden Fichten entnommen. Und die trockeneren Randbereiche am Talrand wurden aufgelichtet. Hier wird nun ein Waldumbau in Richtung Mischwald erfolgen.

     

    Hilf mit!

    Schaffung von Biotopflächen kostet Geld. Über Spenden für das Kainzbachtal freuen sich die Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Tännesberg oder der Landesbund für Vogelschutz!

     

    Weitere Infos

    Projektmanagement Natur.Vielfalt.Tännesberg.
    Gabriele Schmidt
    Telefon: 09655 9200-39
    Mail: GSchmidt@taennesberg.de

     

     

  • Rotvieh-Projekt

     

    Das Rote Höhenvieh (Rotvieh) ist eine alte Rinderasse, die bis Anfang des vorigen Jahrhunderts in der Oberpfalz dominierend war. Sie hat ihren Ursprung in illyrischen und keltischen Rindern. Die Tiere waren als fleißige Zugtiere begehrt und der ganze Stolz der oberpfälzer Bauern. Mit der Eisenbahn wurden sie sogar bis Ostpreußen verschickt. Noch zu Beginn der 60iger Jahre war das Rotvieh in den meisten Mittelgebirgslagen vertreten. Nach der anschließend erfolgten Intensivierung in der Landwirtschaft war die Oberpfalz dann bis vor kurzem quasi Rotviehfrei.

    Gleichzeitig entstand auf Initiative des Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Tännesberg die Idee, wertvolle Naturschutzflächen durch die Beweidung mit Rindern zu erhalten. Im Kainzbachtal und anderen Bereichen der Marktgemeinde waren Flächen angepachtet, angekauft und teilweise gerodet worden. Hier bot es sich an, über die Beweidung eine Folgenutzung auf den freigestellten Flächen einzurichten, bzw. auch andere verfügbare Flächen mitzubeweiden. Auf Rinderweiden stellt sich ein besonderes Artenspektrum ein und gleichzeitig kann durch die extensive Haltungsform ein qualitativ ganz ausgezeichnetes Fleisch erzeugt werden.

    Zunächst wurden also Landwirte angesprochen und einige von Ihnen konnten für das Projekt gewonnen werden. Finanziert über den LBV wurden zwei Rotviehherden mit den dazugehörigen Weideeinrichtungen aufgebaut und die Beweidung gestartet. Mittlerweile sind es drei Landwirte aus Tännesberg, die das Rotvieh halten und die Tännesberger Rotviehprodukte sind zu kulinarischen Botschaftern für den Schutz der Artenvielfalt in Tännesberg geworden.

    Besonders erfreulich ist, dass in den vergangenen Jahren eine Renaissance des Rotviehs eingesetzt hat. Stand 1.April 2014 sind es wieder 35 Züchter mit 29 Bullen und 213 Kühen, die Mitglied im Fleischrinderverband Bayern sind. Eine alte Haustierrasse wurde so regional vom Aussterben gerettet und sie haben wieder ein Zuhause in der Oberpfalz, die Rotviecher. Ganz im Sinne der Biodiversitätsstrategie.

     

    Wie geht es weiter?

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    Hilf mit!

    Essen Sie Rotviehprodukte und fragen Sie dort, wo es sie noch nicht gibt, nach Tännesberger Rothviehprodukten!
    Wir suchen nach Flächen zur Futtergewinnung und Erweiterung der Rotviehweiden!

     

    Hier gibt’s Rotviehprodukte:

    Familie Schwarz
    Sankt Jodok Straße 6, 92723 Tännesberg
    Telefon: 09655 913396
    Telefax: 09655 913397
    www.tännesberger-rothvieh.de

     

    Haben sie Interessen an der Rothviehhaltung?

    Wenden Sie sich an:
    Karl Scholler
    Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
    Hoher-Bogen-Str. 10
    92421 Schwandorf
    Telefon: 09431 721112

    oder

    Projektmanagement Natur.Vielfalt.Tännesberg.
    Gabriele Schmidt
    Telefon: 09655 9200-39
    Mail: GSchmidt@taennesberg.de

     

    Weitere Infos

  • Rebhuhn-Projekt

     

    Nur wenige Tiere stehen so sehr für extensiv bewirtschaftete Ackerfluren, wie das Rebhuhn. Es braucht offene, trockene und warme Standorte mit guten Versteckmöglichkeiten. Magere Säume und Feldraine sowie Stoppelfelder und Bereiche, die nicht beerntet und über den Winter stehen bleiben bieten Nahrungsgrundlagen, die das Rebhuhn dringend braucht.

    Ursprünglich in den Heide- und Steppenlandschaften Europas und Asiens beheimatet, ernährt sich das Rebhuhn von Sämereien, Wildkräutern und Getreidekörnern. Aber auch Insekten werden gerade während der Brutzeit gerne gefressen und an die Küken verfüttert. Um die Jungen führen zu können darf der Bewuchs allerdings nicht zu dicht sein. Intensiv bewirtschaftete Getreidebestände haben eine solch hohe Bestandesdichte und und außerdem enthalten sie kaum noch Wildkräuter. Zudem werden in der intensiv genutzten Agrarlandschaft Feldraine und Wegränder, die Standorte samentragender Wildkräuter immer häufiger untergeackert. Der neue Brutvogelatlas Deutschlands ADEBAR weist einen Rückgang des Rebhuhns um 90% zwischen den Jahren 1990 und 2009 nach! Damit gehört das Rebhuhn zu den größten Verlierern der Vogelarten unserer Agrarlandschaft!  
    Das Rebhuhn ist also eine Leitart. Sein Vorkommen belegt, dass die dort vorhandenen Lebensräume reich an Biotopstrukturen, Nahrung und extensiv bewirtschafteten Fluren sein müssen. Daher genießt das Rebhuhn in der Biodiversitätsgemeinde Tännesberg ein ganz besonderes Augenmerk.

    Bereits seit 1999 lief das mittlerweile beendete Bayern.Netz.Natur-Projekt "Artenhilfsmaßnahmen für das Rebhuhn in der Tännesberger Flur". Im Rahmen des Projektes sollten sowohl die Lebensräume als auch die Sortenvielfalt erhalten und neu geschaffen werden. Davon sollten auch viele weiter Arten, wie die Feldlerche, der Neuntöter und das Braunkehlchen (das früher in der Tännesberger Flur vorkam aber in letzter zeit nicht mehr belegt wurde) oder auch Schmetterlinge, Heuschrecken und viele andere Insektenarten profitieren.

    Früher war es noch üblich, alte Getreidesorten, wie Einkorn, Emmer und Dinkel aber auch alte Kartoffelsorten in einem kleinflächigem Mosaik anzubauen. Diese Tradition wieder zu beleben ist seit langen Jahren Ziel der Bemühungen in Tännesberg. Um lichte Bestände zu erreichen wird beim Anbau auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln verzichtet. Kontinuierlich bemüht man sich in der Biodiversitätsgemeinde Tännesberg darum aus diesen Rohstoffen einer naturschutzgemäßen Landwirtschaft regionale Produkte von hoher Qualität und Ursprünglichkeit zu erzeugen.

    So sind z.B. das Rebhuhnzeugl, das aus alten Getreidesorten von der Kommunbrauerei im 20 km entfernten Eslarn gebraut wird und auch die Brote und Schmankerl, die von der Bäckerei Spickenreither aus Tännesberg gebacken werden Botschafter der Artenvielfalt, die auch noch richtig gut schmecken. Schützen durch nützen ist hier die Devise und die Vorreiterrolle von Natur.Vielfalt.Tännesberg beim Erhalt der Artenvielfalt, in Kombination mit dem Aufbau regionaler Vermarktungsstrukturen, soll auch möglichst viel Vorbildfunktion für andere Kommunen und Initiativen haben.

     

    Wie geht es weiter:

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    Hilf mit!

    Mit dem Kauf von Rebhuhnzeugl, Emmerbrot oder bunten Kartoffeln helfen sie dem Rebhuhn und tragen zum Erhalt der Artenvielfalt unserer Fluren bei.

     

    Hier gibt’s Rebhuhnprodukte:

    Bäckerei Spickenreither
    Marktplatz 2, 92723 Tännesberg
    Telefon: 09655 424

    Kommunbrauerei Eslarn
    Marktplatz 1
    92693 Eslarn
    Telefon: 09653 9207-0
    www.eslarn.de

    Rathaus Tännesberg
    Rebhuhnzoigl (nur kastenweise)

     

    Hier gibt’s bunte Kartoffeln:

    Petra Klinger
    Kaufnitz 4, 92723 Tännesberg
    Telefon: 09655 270

     

    Haben sie Interesse am Rebhuhnprojekt?

    Wenden Sie sich an:
    Projektmanagement Natur.Vielfalt.Tännesberg
    Gabriele Schmid
    Telefon: 09655 9200-39
    Mail: GSchmidt@taennesberg.de

     

    Weitere Infos

    Rebhuhnweg

    Unser Rebhuhnweg ist 2,5 km lang und zeigt Ihnen in ungefähr 1 Stunde alles Wissenswerte rund um das Rebhuhn. Sie finden ihn, wenn Sie der nebenstehenden Markierung folgen.

    Die Wanderkarte zeigt Ihnen neben dem Rebhuhnweg alle Lehrpfade und Rundwege in Tännesberg.